Von den historischen Ursprüngen bis zur Schützengesellschaft (1590 – 1932)

Mit berechtigtem Stolz darf die heutige Vereinsgeneration der St. Hubertus Schützenbruderschaft diese lange Zeitspanne Revue passieren lassen.

Wann in Siddessen ein Schützenverein bzw. Schützenbruderschaft gegründete wurde, ist nicht genau bekannt. In einem Beitrag der Warte von Rektor i. R. Karl Weber aus Salzkotten, dem Generalmobilmachungsplan der Schützen für das gesamte Hochstift Paderborn aus dem Jahr 1590, wird Siddessen unter Punkt 12 mit anderen Ortschaften u.a. Dalhausen, Natingen, Fronhausen, Natzungen, Drankhausen, Schwekhausen, Rheder, Löwen, Fölsen und Herste erwähnt. Diese Orte mussten 1 Fahn (d. h. 300 Mann) für die Verteidigung des Stift Paderborn bereitstellen.

Es ist das erste und älteste Zeugnis für die Existenz eines Schützenvereins. Dies wird untermauert mit der Erteilung neuer Statuten für die Schützenbruderschaft der Dorfschaft Siddessen am 6. Februar 1700 durch Hermann Werner Bischof zu Paderborn, des Heiligen Römischen Reiches Fürst und Graf zu Pyrmont. In diesem Statut wird erwähnt, dass das Statut bei den Vorfahren der Antragsteller in Kriegszeiten verloren gegangen ist (im Dreißigjährigen Krieg?).

Im Jahr 1826 wurde die Schützengesellschaft erstmals in der Ortschronik erwähnt. 1827 gab sich die Schützengesellschaft ein Statut. Zweck dieser Gesellschaft war u.a. Pflege des Gemeinsinnes der brüderlichen Vereinsgesellschaft, Pünktlichkeit und Ordnung gemäß der Vorschriften. Die Gravur der alten Königskette trägt die Jahreszahl 1827 und so wurde dieses Jahr als Gründungsjahr gewählt.

Am 3. Juni 1877 feiert die Schützengesellschaft 50-jähriges Gründungsfest. In der Ortschronik steht geschrieben, dass an diesem Fest die Alte Schützengesellschaft aus Gehrden zu Gast war.

Eine Schützenchronik beginnt erst im Jahr 1925 mit dem Wiederbeginn des Vereinslebens nach dem ersten Weltkrieg. Neue Statuen wurden erstellt und alle Funktionen neu besetzt. Oberst wurde Heinrich Todt. In diesem Jahr wurde auch das erste Schützenfest nach dem Krieg gefeiert. König war der Schmiedemeister Peter Ritzenhoff, Königin war seine Gattin Elisabeth.

Im Jahr 1927 feierte der Schützenverein das 100-jährige Gründungsfest. Wörtlich heißt es in der Ortschronik: „Wie aus den alten Urkunden ersichtlich, haben unsere Vorfahren vor hundert Jahren, also 1827 den Schützenverein gegründet und zum ersten mahle das Schützenfest gefeiert. Darob fand in diesem Jahre die seltene Feier des hundertjährigen Bestehens statt. Die Königswürde hatte sich der Jüngling Josef Bobbert, Hs. Nr. 14 errungen. Als Schützenkönigin erkor er sich Fräulein Auguste Todt Hs. Nr. 2. Das Fest wurde außergewöhnlich feierlich begangen.“